Unser Weingut

in Lehmen an der Mosel

panorama

Unser Weingut befindet sich in Lehmen, am Unterlauf der Mosel, etwa 20 km flussaufwärts von Koblenz. Schon zur Zeit des römischen Dichters Ausonius (310-393) gab es hier Weinberge. Auch in unserer Familie hat der Weinbau eine lange Tradition und lässt sich bis zum Anfang des 17. Jh zurückverfolgen.

Unsere Weinberge

liegen überwiegend in den Lehmener Lagen „Würzlay“, „Klosterberg“ und „Lay“ Daneben noch im „Lehmener Ausoniusstein“ und in den „Niederfeller Fächern“.

Die Rebflächen reichen von der Talsohle bei 70 m NN bis zu einer Höhe von 160 m NN, die Steigung beträgt bis zu 70 %.kobern

Wir bewirtschaften größtenteils Terrassensteilstlagen.
Dies ist sogar an der Mosel eine Besonderheit, denn der Anteil dieser Lagen ist an der Mosel unter 5 % ( 400 von 8700 ha) gesunken, in Deutschland sogar unter 1 %.
Hier ist der Einsatz von Maschinen kaum möglich. Durch die notwendige Handarbeit ist der Arbeitsaufwand etwa drei- bis viermal höher als in Flachlagen. Nur noch wenige Weine werden unter so schwierigen Bedingungen erzeugt!

Das untere Moseltal

wuerzlayist eine der wärmsten (Jahresdurchschnittstemperatur 10,3 °C) und trockensten (< 500 mm/Jahr) Regionen Deutschlands.

Steile Südhänge, die 600 – 800 Jahre alten Trockenmauern und die windgeschützte Tallage bieten den Reben günstige klimatische Bedingungen. Die steinreichen Schieferquarzit-Verwitterungsböden sind leicht erwärmbar und speichern die Mittagshitze bis in den Abend.
Die lange Vegetationsperiode ermöglicht den Trauben hier intensive Fruchtaromen zu entwickeln. Weine aus solchen Steillagen haben die Mosel weltberühmt gemacht.

 

Arbeiten im jahreszeitlichen Rhythmus

Im Winter müssen die Reben zurückgeschnitten werden. Der junge Wein wird ausgebaut und filtriert.

Im April werden die Fruchtruten angebunden, neue Reben gepflanzt und der Wein in Flaschen gefüllt.

Mitte Mai bis Anfang August liegt die Hauptwachstumszeit der Reben und damit eine anstrengende Arbeitsspitze. Der Zuwachs muss, je nach Erziehungsart, angebunden, zwischen Drähte gesteckt, gekürzt oder entfernt werden.

Wichtig ist gleichzeitig die Stärkung der Reben und deren Schutz vor Pilzkrankheiten durch feinstvermahlene Gesteinsmehle und Pflanzenextrakte.

Ebenso das Mähen des Unterwuchses. Die Grünmasse dient, ebenso wie das Schnittholz der Reben und Trester, zur Bodenverbesserung und zur Ernährung der Reben. Zufuhr anderer organischer Dünger erfolgt nur aus heimischen, pflanzlichen Produkten wie Rindenmulch, Sägespäne, Stroh und Malzkeimen.

Anfang September beginnen acht extrem arbeitsreiche Wochen: die Traubenlese und die Federweißerzeit.

Unsere Rebsorten

Lange Zeit war die Mosel (mit Saar und Ruwer) das größte Riesling-Anbaugebiet der Welt. Durch den permanenten Flächenrückgang (Brachfallen hauptsächlich der Steillagen) sind wir leider an den zweiten Platz zurückgefallen.

Weltweit gibt es etwa 16.000 verschiedene Rebsorten. Davon sind in Deutschland etwa 100 zugelassen.

Die wichtigsten 11 in unseren Weinbergen:

  • Weißer Riesling
  • Blauer Spätburgunder
  • Regent, gekreuzt 1967 aus ((Silvaner x Müller-Thurgau) x Chambourcin)
  • Grauer Burgunder
  • Weißer Burgunder
  • Prinzipal, gekreuzt 1971 aus (Gm 323-58 x Ehrenfelser)
  • Solaris, gekreuzt 1975 aus (Merzling x Gm 6493)
  • Helios, gekreuzt1973 aus (Merzling x (Seyve-Villard 12-481 x Müller-Thurgau)
  • Phoenix, gekreuzt 1964 aus (Bacchus x Seyve Villard 12-375)
  • Rondo, gekreuzt 1964 aus ((Saperavi Servernyi) x St. Laurent)
  • Sauvignon blanc.

Etwas Geschichte

Der blaue Spätburgunder wurde schon früher an der Mosel häufig angebaut, in Lehmen sogar überwiegend. Aber Bevormundung und Regelungswut haben auch im Weinbau eine lange Tradition: 1787 befahl Clemens Wenzeslaus, der letzte Fürstbischof des Kurbistums Trier, den alleinigen Anbau der Sorte Riesling. Der Rotweinanbau, für Lehmen seit 1052 nachweisbar, nahm in den folgenden Jahren an der gesamten Mosel ab.

Nach dem sehr strengen Winter 1925/26 wurden die letzten Trollingerreben gerodet und um 1930 die letzten Spätburgunder. Danach war nur noch der Anbau von weißen Sorten erlaubt.
1969 wurden in Kanzem zwei Versuchsanlagen mit 14 Rotweinsorten erstellt, aber erst 1987 wurde der Spätburgunder wieder allgemein zugelassen. Es folgten in den Jahren ab 1992 Dornfelder, Müllerrebe, Dunkelfelder, Regent, Domina, Merlot und Cabernet Sauvignon.

Blühender Weinbergblumen

Wir betreiben keine Ertragsmaximierung, sondern versuchen Qualität und umweltnahen Weinbau zu verbinden. Durch Maßnahmen wie z. B. blühende Begrünung, Aufhängen von Nistkästen und Pflanzung von Weinbergpfirsich- und anderen Obstbäumen fördern wir gezielt Nützlinge, die das Auftreten von Schädlingen verhindern sollen.

Trockenmauern und Felskuppen sind hierbei wertvolle Biotope und Vernetzungselemente. Ca. 1/8 unserer Betriebsfläche besteht aus „Unland“;
d. h. unberührtes Gehölz mit Schlehe und Holunder, sowie „Felssteppe“ mit ungestörten Entwicklungsmöglichkeiten für verschiedene bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Ökowein, ein reiner Genuss

Alle Trauben ernten wir ausschließlich von Hand und keltern den Most anschließend selbst.

Beim Ausbau verwenden wir weder genmanipulierte Produkte noch tierische Zutaten wie Kasein, Eiklar, Blutmehl, Hausenblase oder Gelatine.

Unsere Erzeugnisse sind also vegan.

Die meisten Weine bauen wir trocken aus und gönnen ihnen eine qualitätsfördernde Lagerzeit auf der Hefe. Durch schonende Behandlung bleiben Aromen und Geschmacksstoffe weitgehend erhalten, ebenso ein Teil der erfrischenden Kohlensäure, die bei der Gärung entsteht. Diese Weine brauchen manchmal eine etwas längere Zeit bis zur Trinkreife, sind aber lange lagerfähig.

Wir füllen unsere Weine ausschließlich in Mehrwegflaschen ab.

Wir möchten Ihnen ein interessantes Sortiment anbieten. Sie erhalten bei uns keine Massenprodukte. Neben Wein, Winzersekt und Weinessig bieten wir natürlich auch Weinbergsführungen an, sowie Weinproben im Weingut oder bei Ihnen Zuhause.